KIEFERORTHOPÄDIE
FÜR KINDER, JUGENDLICHE UND ERWACHSENE
DR. MARION MÖLLER

Fragen

Warum lassen sich Zähne bewegen?

Die Kieferknochen und damit auch die darin wurzelnden Zähne reagieren ein Leben auf Druck und Zugwirkung. Ein lang anhaltender Druck auf die Zähne durch eine Klammer bewirkt somit auch im Erwachsenenalter noch eine Veränderung der Zahnstellung.

 

Wann soll mit einer kieferorthopädischen Behandlung angefangen werden ?

Eine erste kieferorthopädische Kontrolle sollte mit dem 5.-6. Lebensjahr erfolgen, da sich schon in diesem Alter Abweichungen erkennen lassen. Bei Patienten im Alter von 9-10 Jahren, die sich noch im Wachstum befinden, sollte der zweite Zahnwechsel begonnen haben, aber die Pubertät noch nicht abgeschlossen sein. Der zweite Zahnwechsel ist der Zeitpunkt, wenn nach den vier Schneidezähnen der nächste Milchzahn wechselt. In den meisten Fällen ist es nicht sinnvoll früher anzufangen, da die Behandlung zu lange dauert. Alle vorhandenen bleibenden Zähne (mit Ausnahme der Weisheitszähne) sollten durchgebrochen sein, bevor ein Behandlungsfall beendet werden kann. Wird zu früh begonnen, verlieren die Patienten häufig die Motivation und vernachlässigen die in der Kieferorthopädie wichtige Mitarbeit.

 

Tut Kieferorthopädie weh ?

Nein. Aber die ersten Tage mit einer Klammer sind gewöhnungsbedürftig und bei Kaubelastung reagieren die Zähne eventuell empfindlich.

 

Wann und wie lange müssen lose Klammern getragen werden?

Sie sollten täglich, ungefähr 16 Stunden lang getragen werden. Am besten nachts und zusätzlich noch 6 Stunden am Tag. Je mehr eine Klammer getragen wird, desto größer ist die Wirkung und umso schneller kommt man zum gewünschten Ergebnis

 

Wann muss eine Spange wirklich sein ?

Sitzen einzelne Zähne schief im Kiefer oder stimmt der Biss nicht, weil Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen, dann kann dies schon bald Folgen haben: Sprach- oder Zungenlagestörungen können auftreten. Falls die Zähne sehr verschachtelt stehen, kann es auch aufgrund der erschwerten Pflegemöglichkeit verstärkt zu Karies kommen. Nicht zuletzt werden Nacken- und Kiefermuskulatur und damit auch die Körperhaltung negativ beeinflusst. Mundschleimhaut, Hals und Atemwege werden trocken, wenn der Mund sowohl nachts beim Schlafen als auch tagsüber beim Atmen nicht richtig geschlossen wird.

 

Entfernung bleibender Zähne – ist das wirklich notwendig ?

Die Entfernung (Extraktion) eines oder mehrer bleibender Zähne kann in bestimmten Ausnahmefällen notwendig sein, damit ausreichend Platz für die verbleibenden Zähne entsteht. Vor allem bei starken Engständen der Schneidezähne in Kombination mit einem geringen Überbiss ist eine Behandlung ohne Extraktion oft nicht möglich. Auch zum Ausgleich von nicht angelegten, oder nicht erhaltungswürdigen Zähnen, sowie zur Aufhebung von Asymmetrien ist eine Extraktion manchmal unumgänglich.

 

Frühzeitiger Milchzahnverlust

Neben der Abbeißfunktion erfüllen die Milchfrontzähne eine weitere wichtige Funktion: die Lautbildung beim Sprechen. Als Platzhalter für die bleibenden Zähne spielen jedoch die Milchmolaren (Backenzähne) in der Stützzone eine bedeutendere Rolle. Während sich im Seitenzahnbereich die bleibenden Zähne unter den Milchbackenzähnen entwickeln, stehen die permanenten Frontzähne in Staffelstellung.

 

Bleibt das Behandlungsergebnis stabil?

Zähne haben lebenslang die Tendenz zu wandern.

Deshalb empfehlen wir zur Stabilsierung des Behandlungsergebnisses nach der aktiven Behandlung herausnehmbare Retentionsschienen oder innenliegende Klebedrähtchen (Retainer).